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Was ist ein Zahnimplantat?
Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln. Sie haben ein meist
schraubenförmiges oder zylindrisches Design. Sie werden in den
Kieferknochen eingepflanzt, um verlorengegangene Zähne zu ersetzen.
Implantate übernehmen die gleiche Funktion wie die eigenen Zahnwurzeln, da
sie direkt mit dem Knochen verwachsen: Sie tragen Zahnersatz, z.B.
Einzelkronen, Brücken. Zahnimplantate werden seit ca. 40 Jahren eingesetzt.
Zahnimplantate sind der bevorzugte Ersatz für verlorene Zähne. Sie bilden
als Kieferknochenanker das stabile Fundament für die dauerhafte
Befestigung der Krone; Beschleifen der benachbarten Zahnsubstanz findet
nicht statt, ein Verlust des Knochengewebes durch "Atrophie" wird
ausgeschlossen, indem Implantate als "künstliche Zahnwurzeln" die
Kaukräfte in den Kieferknochen einleiten.
Ein Einzelimplantat als Zahnwurzelersatz ist die eleganteste Art, einen
kosmetischen makellosen Lückenschluss zu erzielen. Im zahnlosen Kiefer
bieten Zahnimplantate auch eine sichere Verankerung für herausnehmbare
Vollprothesen und ersparen dem Patienten die üblichen Nachteile
konverntioneller Prothesen.
Fast alle Implantate bestehen heute aus hochreinem Titan, da es besonders
gewebefreundlich ist und mit dem Knochen einen sicheren Verbund bildet.
Allergische Reaktionen auf Titan sind nicht bekannt. In den letzten 20
Jahren haben sich besonders zylindrische bzw. schraubenförmige
Implantatformen bewährt. Sie sind in Längen von 6-20 mm und Durchmessern
von 2,9-7 mm erhältlich
Ideale Anwendungsgebiete für
Implantate erschließen sich:
- Sie ersetzen verlorengegangene Zähne
- Sie ermöglichen einen festen Prothesenhalt
- Sie schützen vor Knochenabbau
- Sie gelten als sichere Behandlungsmethode
- Zahnloser Kiefer
Die Einbringung des
Implantats
Grundsätzlich werden Implantationen routinemäßig unter sterilen
Bedingungen durchgeführt, um eine höchstmögliche Keimfreiheit zu
gewährleisten. Normalrweise erfolgt der Eingriff völlig schmerzfrei in
lokaler Betäubung. Der Patient erhält die nötige Medikation und einen
Kontrolltermin. Ein Implantat sollte während der Einheilungsphase von drei
bis sechs Monaten nicht belastet werden, um eine gute Einheilung zu
erreichen. In der Übergangszeit versorgt der Zahnarzt seinen Patienten mit
einem provisorischen Zahnersatz.
Durch den Einsatz von
Implantaten werden die Kauleistung, das ästhetische Aussehen und damit
letztendlich auch die Lebensqualität erheblich verbessert. Man kann wieder
sicher essen, schprechen, lachen und sich unter Mitmenschen zeigen.
Die heutigen zahnmedizinischen Möglichkeiten erlauben es, nahezu in jeder
Indikation, Implantate zur Wiederherstellung einzusetzen. Besonders
anspruchsvoll sind hierbei Behandlung im Frontzahnbereich, der so
genannten "ästhetischen Zone". Hier kommt es nicht nur auf die korrekte
Position des Implantats und die richtige Kronenform und -farbe an, hier
spielt es eine große Rolle, dass das Zahnfleisch ,besonders zwischen den
Zähnen (Papillen), harmonisch verläuft.
Das Zahnfleisch und insbesondere die Papillen benötigen eine Unterstützung
durch den Kieferknochen, fehlt diese so kann das Zahnfleisch nicht den
harmonischen Verlauf erhalten. Dies zeigt sich oft in den so genannten "schwarzen
Dreiecken", das sind Bereiche mit fehlenden Papillen, die dunkel aussehen.
Wird ein nicht erhaltungswürdiger Zahn entfernt, so beginnt sofort ein
Abbau (Atrophie) des Kieferknochens und des Zahnfleisches in diesem
Bereich. Das geschieht, weil der Knochen nicht mehr belastet wird. Man
nennt dies "Inaktivitätsatrophie". Jedes Gewebe im Menschen atrophiert,
wenn es nicht benutzt wird (zum Beispiel Muskeln).
Man kann fehlende Zähne auf verschiedene Arten ersetzen, mit einer
herausnehmbaren Prothese, die sicherlich einfachste aber unkomfortabelste
Lösung, mit Hilfe eine Brücke, die unter Umständen das Beschleifen
unversehrter Nachbarzähne erforderlich macht oder durch ein Implantat. Ein
Implantat vermeidet die Schädigung von Nachbarzähnen und erzeugt durch die
Übertragung der Kräfte beim Kauen wieder eine Belastung des Knochens und
vermeidet so eine weitere Atrophie.
In den seltensten Fällen geht jedoch ein Zahn verloren, ohne das eine
Schädigung des Knochens vorausgeht, wie zum Beispiel bei der Parodontose.
Hier erfolgt ein schleichender, oft zuerst gar nicht wahrnehmbarer Abbau
des Knochens um den Zahn. Ästhetisch sichtbar wird es erst, wenn "das
Zahnfleisch zurückgeht", eine logi-sche Folge der nicht mehr vorhandenen
Knochenunterstützung. Aus diesem Grund muss der Zahnarzt rechtzeitig
erkennen, dass ein Zahn nicht mehr zu retten ist und ihn frühzeitig durch
ein Implantat ersetzen. Einmal abgebaute Papillen lassen sich nicht wieder
herstellen. Die einzige Möglichkeit ist eine narbenartige Struktur um ein
Implantat, die wie eine Papille aussieht.
Ist genügend Knochen vorhanden, sollte also ein Implantat sofort nach der
Entfernung des Zahnes gesetzt werden. Ein Implantat braucht immer eine
bestimmte Zeit, um vom Knochen umwachsen zu werden (Einheilung). Danach
ist es stabil genug, um über eine Krone die Kräfte beim Kauen auszuhalten.
Während dieser Zeit gibt es verschieden Möglichkeiten die Lücke ästhetisch
zu versorgen. Ist ausreichend Knochen vorhanden und das Implantat sofort (primär)
steht stabil, kann eine provisori-sche Krone auf das Implantat gesetzt
werden. Diese darf aber nicht der vollen Kaukraft ausgesetzt werden und
ist mehr eine optische Fassade.
Diese Versorgung ist nicht ohne Risiko, da die einwirkenden Kräfte nicht
kontrolliert werden können. Will man das Implantat nicht belasten, aber
die Zahnfleischatrophie vermeiden, so wird ein sogenannter Gingivaformer
eingeschraubt, der durch das Zahnfleisch ragt. Die Lücke wird dann durch
ein an die Nachbarzähne geklebtes Brückenglied versorgt. Durch diese
Implanationsarten wird auch das Problem gelöst, das Loch an der ehemaligen
Durchtrittsstelle des Zahnes zu schließen.
Ein Implantat muss immer dort gesetzt werden, wo der natürliche Zahn
gestanden hat. Nur so ist eine ästhetisch und funktionell optimale
Versorgung möglich. Häufig verbessert sich auch die Aussprache, die durch
gelockerte bzw. lückig stehende Frontzähne beeinträchtigt war (zum
Beispiel Sänger, Musiker). Ist bis zur Behandlung schon so viel Knochen
atrophiert, dass dies nicht mehr möglich ist, so muss man entweder ein
ästhetisch eingeschränktes Ergebnis akzeptieren oder vor der eigentlichen
Implantatbehandlung den Knochen wieder aufbauen. Diese zweizeitige
Therapie ist wesentlich aufwändiger und langdauernder.
Ein implantatprothetische Krone besteht aus dem Implantatkörper, der in
den Knochen eingesetzt wird, aus einem Implantataufbau, der wie ein
Zahnstumpf beschliffen wird und der Krone, die wie auf natürlichen Zähnen
aufgesetzt wird. Der kritische Punkt ist die Verbindung zwischen Implantat
und Aufbau. Die Langzeitstabilität der Versorgung hängt von der Präzision
und mechanischen Festigkeit dieser Verbindung ab. Es gibt einfache, nur
durch eine Schraube zusammengehaltene Verbindungen. Hier hat sich die
Möglichkeit der Lockerung oder Bruch der Schraube gezeigt, die häufige
ungeplante Zahnarztbesuche erfordern.
Eine andere Variante ist das Inein-anderschrauben von konischen Teilen.
Hier ist es schwierig, die richtige Position in Drehrichtung nach der
Kronenherstellung wiederzufinden. Eine neue Variante ist das
Ineinanderstecken von zwei Rohren (Rohr-in-Rohr Verbindung). Hier wird die
seitliche Belastung durch die Rohre aufgefangen und die Schraube nur
minimal belastet. Dadurch, dass das Rohr eingeschoben und nicht eingedreht
wird, lässt sich auch eine optimale Drehsicherung verwirklichen. Diese
wird durch eine hochpräzise Fertigungstechnologie von drei
Drehsicherungsnocken erreicht. Obige Grafik zeigt einen Schnitt durch eine
Krone mit diesem modernen System.
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